Tagesgeld vs. Sparbuch

In der Schublade, zwischen der Bettwäsche oder gut verschlossen in der Geldkassette fristen die meisten Sparbücher ein eher tristes Dasein. Geht es zur Bank, kommen sie aus dem Versteck, erhalten eine neue Zeile eingedruckt und verschwinden dann wieder. Viel leisten müssen sie nicht. Und sie bringen auch nicht viel. Sparbücher haben die beste Zeit hinter sich und sind, wenn überhaupt, gerade mal für Kinder eine spannende Sache, wenn es darum geht, erste Schritte in Finanzfragen zu unternehmen. Das ist sicherlich sinnvoll, aber nicht besonders renditestark. Gibt es mehr als zwei Prozent Zinsen, ist das schon eine Seltenheit. Beim Tagesgeld ist diese Marke seit Jahren deutlich überschritten.

Bis zu vier und mehr Prozent gelten bei einem Tagesgeldkonto inzwischen als normal. Ansonsten unterscheiden sich Tagesgeld und Sparbuch vor allem in der Handhabung. Mit dem Sparbuch, ob nun als kleines Heft oder als Plastikkarte samt Kontoauszügen, muss man zur Bank, um Geld einzuzahlen oder abzuheben. Ein Tagesgeldkonto wird bequem online geführt. In Zeiten des Internets und moderner, kundenorientierter Webpräsenzen, stellt das selbst Anfänger nicht vor Probleme, zumal viele Anbieter Aufträge auch telefonisch oder per Post annehmen. Damit ist man wesentlich flexibler und nicht mehr abhängig von den Öffnungszeiten.

Wie beim Sparbuch reicht auch bei einem Tagesgeldkonto ein Euro Guthaben. Fristen gibt es bei beiden Sparformen nicht. Über das Geld kann frei verfügt werden. In einem Sparbuch- und Tagesgeld-Vergleich gibt es also viele Gemeinsamkeiten. Im wichtigsten Punkt allerdings, der Rendite, muss das Sparbuch sich geschlagen geben. Gegen die Tagesgeldkonto Zinsen kommt es nicht an. Erwartet man mehr von seinem Geld, sollte es nicht versauern, sondern sich als Tagesgeld eifrig vermehren.