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Devisen handeln - Wärhungen

Was versteht man unter Devisen?

Unter Devisen wird grundsätzlich eine Forderung in ausländischer Währung verstanden. Dazu gehören insbesondere Sichteinlagen auf ausländischen Konten, das Guthaben auf inländischen Fremdwährungskonten sowie Wechsel und Schecks in ausländischer Währung. Beim Handel mit Devisen tauscht der Anleger seine inländische Währung zum aktuell geltenden Wechselkurs in eine ausländische Währung.

Der Wechselkurs ist das Austauschverhältnis zwischen zwei Währungen. Der Wechselkurs kann immer nur in Bezug zu einer anderen Währung angegeben werden. Der Nutzen einer solchen Transaktion ergibt sich daraus, dass Wechselkurse flexibel sind. Das bedeutet das Austauschverhältnis verschiedener Währungen untereinander verändert sich stetig. In Abhängigkeit davon, wie sich der Wechselkurs im Verhältnis zur inländischen Währung nach dem Devisenkauf entwickelt, realisiert der Anleger Verluste oder Gewinne. Bei der Investition in Devisen handelt es sich daher weniger um eine Geldanlage im klassischen Sinn, sondern es steht vielmehr der spekulative Aspekt im Vordergrund. Die Entwicklung eines Wechselkurses wird durch viele verschiedene Faktoren beeinflusst. Dazu zählen neben wirtschaftlichen Aspekten auch politische und soziale Geschichtspunkte. Dazu gehören beispielsweise Konjunkturprognosen, Inflationsraten oder die Entscheidungen von Notenbanken.

Devisenkurs und Sortenkurs

Beim Umtausch in eine fremde Währung muss man zwischen Devisen und Sorten unterscheiden. Bei Sorten handelt es sich um Barzahlungsmittel in einer fremden Währung in materieller Form. Im Gegensatz dazu, handelt es sich bei immateriellen Sichteinlagen in fremder Währung sowie Wechseln und Schecks um Devisen. Wird ausländisches Bargeld auf ein Konto eingezahlt, werden in diesem Fall die Sorten zu Devisen. Sowohl für Sorten als auch für Devisen existieren eigene Wechselkurse. Für die Sorten ist dies entsprechend der Sortenkurs, während für den Handel mit Devisen der Devisenkurs maßgeblich ist. Der Sortenkurs und der Devisenkurs hängen jedoch voneinander ab. Allerdings ist der Devisenkurs immer günstiger als der Sortenkurs. Diese Differenz wird von den Banken mit dem erhöhten Arbeitsaufwand bei Barzahlungsmitteln begründet. Zusätzlich muss noch unterschieden werden zwischen dem Kurs, zu dem man bei einer Bank Devisen bzw. Sorten kaufen kann, und dem Kurs, den man beim Verkauf an die Bank erhält. Für den Kauf ist der Briefkurs entscheidend, wogegen für den Verkauf der Geldkurs maßgeblich ist. Der Briefkurs liegt stets oberhalb des Geldkurses. Das hat zur Folge, dass auch bei einem geleichbleibenden Wechselkurs beim Hin- und Rücktausch durch die Differenz zwischen Briefkurs und Geldkurs Verluste für den Anleger entstehen.

Devisenfonds als Alternative

Wie bereits erwähnt, sind die Faktoren, die für die Entwicklung der Devisenkurse verantwortlich sind, nur schwer zu überblicken. Wer selbst nicht über ausreichend Fachwissen in diesem Bereich verfügt, muss  dennoch nicht gänzlich auf Investitionen in eine Fremdwährung verzichten. Stattdessen bietet sich für den Anleger die Möglichkeit, sein Geld in Devisenfonds zu investieren. Die Devisenfonds sind in Deutschland noch eine recht junge Anlageklasse. Erst im Jahr 2005 wurden Devisenfonds in Deutschland im Rahmen des Investmentmodernisierungsgesetzes als Geldanlage zugelassen. Der Devisenfonds wird aktiv von einem Fondsmanager geführt. Der Anleger muss deshalb für die Betreuung des Fonds jährlich eine Managementgebühr und sehr häufig auch eine Performancegebühr entrichten. Bei der Performancegebühr handelt es sich um eine Gebühr, die abhängig vom Erfolg des Fonds anfällt. Bei der Auswahl des richtigen Investments setzten die Fondsmanager sehr oft quantitative Modelle ein, um die zukünftige Entwicklung von Wechselkursen zu errechnen. Aber auch diese Modelle können nicht mit Sicherheit garantieren, dass der Fondsmanager vor Fehleinschätzungen gefeit ist. Deshalb investieren Devisenfonds das Geld der Anleger möglichst breit, um eine bessere Risikostreuung zu erreichen.

Welche Chancen bietet der Handel mit Devisen?

Die Rendite, die beim Devisenhandel erwirtschaftet werden kann, resultiert primär aus dem gewinnbringenden An- und Verkauf von Devisen. Wenn der Wechselkurs der Währung, in die zuvor investiert wurde, ausreichend ansteigt, realisiert der Anleger beim Rücktausch einen Gewinn. Wenn der Anleger, den richtigen Zeitpunkt für den Ankauf und Verkauf wählt, lassen sich mit dem Devisenhandel überdurchschnittliche Renditen erzielen. Ein entscheidender Faktor beim Handel mit Devisen besteht darin, dass sich der Devisenmarkt weitgehend unabhängig von Aktien- und Rentenmärkten entwickelt. Das hat zwei entscheidende Vorteile für den Anleger. Auf der einen Seite lassen sich auch bei einem allgemeinen Abwärtstrend auf den Finanzmärkten immer noch Gewinne auf dem Devisenmarkt realisieren. Auf der anderen Seite eignen sich Devisen auch als eine Ergänzung eines vorhandenen Portfolios, das aus den klassischen Anlageklassen wie Aktien oder Anleihen besteht. Durch die unterschiedliche Risikostruktur von Devisen und anderen Anlageklassen lässt sich durch die Beimischung von Devisen eine breitere Risikostreuung für das Portfolio erreichen. Dadurch kann das Risiko, welches der Anleger zu tragen hat, erheblich reduziert werden.

Sinnvoll kann der Kauf der Devisen auch dann sein, wenn der Anleger die Fremdwährung zu einem späteren Zeitpunkt als Zahlungsmittel verwenden will. Dies kann beispielsweise der Fall sein, wenn ein Unternehmer Geschäfte in ausländischer Währung tätigt. Aber auch ein Anleger, der zukünftig in Anlageprodukte, die in ausländischer Währung notiert sind, investieren möchte, kann von den vorhandenen Devisen profitieren. Der Anleger, der erst zu einem späteren Zeitpunkt das Geschäft tätigt, muss dann nicht mehr kurzfristig sein Geld in die fremde Währung tauschen, um den Handel abzuschließen. Stattdessen steht für den Anleger ein längerer Planungshorizont zur Verfügung, um die inländische Währung zu einem günstigen Zeitpunkt in die Fremdwährung zu tauschen. Auf diese Weise kann das kurzfristige Wechselkursrisiko minimiert werden.

Welche Risiken entstehen beim Handeln von Devisen?

Den Gewinnen bei steigenden Wechselkursen stehen Verluste bei fallenden Wechselkursen entgegen. Wenn der Anleger Devisen erworben hat, realisiert er beim Rücktausch Verluste, wenn der Wechselkurs im Vergleich zum Zeitpunkt des Kaufes gefallen ist. Bei dem Handel mit Devisen handelt es sich daher um eine ausgesprochen risikoreiche und höchst spekulative Anlageform. Die Wechselkurse ändern sich ständig und deren Entwicklung kann sehr deutlich schwanken, da eine Vielzahl von ökonomischen und politischen Faktoren auf den Wechselkurs einwirkt. Entsprechend schwer ist es, den Verlauf eines Wechselkurses zu prognostizieren. Selbst Finanzexperten haben in der Vergangenheit bereits sehr häufig, die zukünftige Entwicklung von Wechselkursen falsch eingeschätzt. Deshalb wird empfohlen, Devisen nicht als alleinige Anlageform zu verwenden, sondern lediglich als Ergänzung zu anderen Anlageklassen.

Wie funktioniert der Devisenhandel?

Wer Devisen handeln möchte, benötigt dafür ein Währungskonto. Das Währungskonto ist ein Bankkonto, das in einer ausländischen Währung geführt wird. Dieses Währungskonto kann der Anleger wie ein normales Girokonto bei einer Bank anlegen lassen. Während Währungskonten für die bedeutenden Währungen wie US-Dollar oder britisches Pfund bei nahezu allen Kreditinstituten eingerichtet werden können, ist dies bei seltenen Währungen nicht unbedingt der Fall. In Abhängigkeit davon, bei welchem Kreditinstitut der Anleger sein Währungskonto unterhält, bekommt er zusätzlich Guthabenzinsen für die auf dem Währungskonto befindlichen Devisen. Da allerdings die aus dem Devisenhandel resultierenden Erträge primär aus dem Ankauf und Verkauf von Devisen zum richtigen Zeitpunkt resultieren, sollte der Anleger unbedingt sein Währungskonto aktiv führen. Nur wer sich regelmäßig über die aktuellen Kurse informiert und entsprechende Transaktionen durchführt, hat überhaupt eine Chance mit dem Devisenhandel Gewinne zu erwirtschaften. Zur langfristigen nicht gemanagten Anlage eignet sich der Kauf von Devisen dagegen nicht.

Handel mit Devisen - Fazit

Der Handel mit Devisen gilt aufgrund der schwer zu prognostizierenden Entwicklung von Wechselkursen als vergleichsweise riskant. Der Devisenhandel stellt daher in der Regel nur für sehr erfahrene Anleger eine Alternative zu klassischen Anlageformen dar. Bei Devisen muss der Anleger nämlich aktiv handeln, um wirklich Gewinne realisieren zu können. Wer das nicht kann oder möchte, hat noch die alternative Möglichkeit in einen Devisenfonds zu investieren. Hier wird diese Aufgabe von einem erfahrenen Fondsmanager wahrgenommen. Ein großes Plus des Devisenhandels ist die weitgehende Unabhängigkeit des Devisenmarkts von den Aktien- und Rentenmärkten.